Geschichte und Tradition des Schottenrocks

Über den andauernden Siegeszug des Kilts

Männer in Röcken? Damit verbindet man sofort Schottland. Das oft belächelte, aber mindestens genauso häufig als Mysterium betrachtete Lieblings-Kleidungsstück der Schotten blickt auf eine lange Tradition zurück. Tartan, der Schottenkaro, liefert der heutigen Mode immer wieder neue Inspirationen. Wo der Kilt seinen Ursprung hat und warum er noch nach über 500 Jahren solch eine Bedeutung für die Schotten hat, erklären wir hier.

A man in a kilt is a man and a half

Man muss zugeben: Es ist etwas dran an einem Mann im Kilt. Es dürfte kein Zufall sein, dass die 51. Highland Division von den Deutschen als beeindruckendste aller Heere gewählt wurde, die ihnen während des 1. Weltkrieges begegnete.

© 51hd.co.uk© 51hd.co.uk

Nachdem die britische Regierung seinerzeit Bonnie Prince Charlie besiegt hatte, wurde das Tragen des Highland Dress und Tartan verboten. Er wurde als Anzeichen von Staatsverschwörung angesehen. Wer sich dem Verbot widersetzte, wurde in eine der britischen Kolonien abgeschoben. Die Highland Regiments hielten diese Tradition als offizielle Armee-Uniform am Leben. Bis er 1782 wieder erlaubt wurde. Bis dahin war es Schotten nur dann erlaubt, Tartan zu tragen, wenn Sie sich der britischen Armee anschlossen. Pipers (Dudelsackspieler) durften den Kilt tragen, aber nur wenn das Tartanmuster zum Regiment gehörige Farben hatte.

 the clann© The Clann

Heutzutage gilt der Kilt als Nationaltracht Schottlands. Obwohl er eigentlich in seinen Ursprüngen fast ausschließlich den Schotten, die in den Highlands lebten, vorbehalten war. Die so genannten Lowlanders, die schon immer die Mehrzahl der Schotten ausmachten, fanden dieses Kleidungsstück „barbarisch“. So blieb der Schottenrock lange Zeit das Kleidungsstück der Clans in den Highlands, deren blutrünstige Geschichte wohl der Grund für die Einstellung der Lowlanders zum Kilt war.

Heute jedoch trägt so ziemlich jeder mit schottischen Wurzeln (und das sind nicht wenige) stolz seine Clanfarben oder den Kilt.

Highlander-kilt© Wikipedia

Die Herstellung des Kilts

Der Kilt in seiner Originalform ist ein sehr einfaches Kleidungsstück, das nicht großartig geschneidert oder regelmäßig repariert werden musste. Die Ausgangsbasis stellt ein Stück Tartanstoff mit 2 yards (ca. 1,8 m) Breite und zwischen 4 und 6 yards (ca. 3,7 bis 5,5 m) Länge. Auch bekannt als Breacan, Feileadh Bhreacain und Feileadh Mor – der große Kilt.

images© Kiltmen.com

In den schottischen Highlands beweist der Kilt seine wahren Vorzüge. er ist perfekt angepasst an das Klima und die Landschaft, Er erlaubt jede Menge Bewegungsfreiheit, ist warm, trocknet schnell, ist bequemer als Hosen und kann im Notfall auch als Decke benutzt werden, wenn man den Gürtel abnimmt. Die eng gewobene Wolle ist fast komplett wasserdicht. Wenn in einer Schlacht Bewegungsfreiheit nötig war, war er schnell abgeworfen.

Der Sporran

Der Sporran, der Beutel der vorn am Kilt getragen wird, ist für den alltäglichen Gebrauch oft aus Leder. Für feierliche Abendveranstaltungen ist er aus dunklen Häuten, wie Dachs, Seehund oder Hermelin gefertigt. Da der Kilt keine Taschen hat, ist der Sporran für persönliche Gegenstände nötig. Oft finden sich darin aber auch kleine Snacks, wie Oatcakes (Haferkekse).

580px-Sporran_002© Wikipedia

Der moderne Kilt

Der Feileadh Beg, oder auch kleiner Kilt genannt, ist der moderne Kilt. Hierbei lässt man den Plaid, also den Überwurf weg und trägt nur den eigentlichen „Rock“. Dieser wird mit einem breiten Ledergürtel befestigt und der Sporran wird an einer Kette über die Hüfte gelegt. Diese Form des Schottenrocks wurde erstmals 1725 erwähnt.

custom2© 21stcenturykilts.com

Der Tartan – Schottenkaro

Jeder Clan hat sein eigenes Schottenmuster. Die bestimmte Abfolge von Farben und Mustern identifizierte seinen Träger als Mitglied eines Clans und war schon von weitem erkennbar. Hinzu kam ein Clan Bagde (ein Anstecker), der am Bonnet getragen wurde. Zu Zeiten der Jakobiter konnte man daran auch Unterstützer von Bonnie Prince Charlie erkennen.

Eine Liste schottischer Tartans (bei weitem nicht alle) findet man hier. Um einen Überblick über sämtliche Tartans zu haben, wurde eigens für diesen Zweck das Scottish Tartan Register gegründet.

 col1©  www.tartanregister.gov.uk

Soweit unsere kleine, kurze Kiltkunde. Demnächst erklären wir euch, wie man ganz einfach und schnell seinen eigenen Kilt herstellen kann, wie der Kilt getragen wird und vor allem, wie Mann in einem Kilt richtig sitzt. 😉

Tartan tragen

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4 Antworten zu Geschichte und Tradition des Schottenrocks

  1. Colin McDougall schreibt:

    Übrigens – im 2. Weltkrieg bekam die 51. den Spitznamen „Highway Decorators“, weil sie überall ihre „HD“ anmalte, damit die Menschen wissen würden, wer diese Stadt befreit hatte!

  2. Colin McDougall schreibt:

    Eine sehr gute Erklärug, Franziska. Danke dafür. Nur eins – heute hat jeder Clan seinen eigenen Muster. Das war jedoch nicht immer so. Erst im 19. Jahrhundert hat u.a. Sir Walter Scott gemeint, dies sei sehr romantisch und hat die Sitte eingeführt. Früher haben die Highlanders gewoben und getragen, was ihnen gefile.

    • Hi Colin, danke für dein Feedback. Das ist natürlich richtig, aber wir wollten hier nur einen kleinen Einblick in die Geschichte des Kilts geben. Es gäbe noch so viel mehr zu sagen, aber das heben wir uns für einen anderen Blog auf. 🙂

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